Zwei Tage lang dreht sich in der Lokremise alles um ein Bauen, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wer «zum Wohl des Menschen» baut, muss ökologische, soziale und ökonomische Aspekte ebenso beachten wie Handwerk, Technik und Materialisierung. Kommen Sie vorbei, tauschen Sie sich aus, stellen Sie Fragen, lassen Sie sich inspirieren. Der Bündner Architekt Gion A. Caminada, Stephan Sigrist (Gründer und Leiter des Thinktanks W.I.R.E.) sowie weitere Experten bieten mit ihren Referaten spannende Einblicke und neue Perspektiven. Auch unsere 25 Altbauweise-Mitglieder sind vor Ort und zeigen auf, wie sich nachhaltiges Um- und Weiterbauen erfolgreich umsetzen lässt.

Die gebaute Umwelt prägt unser tägliches Leben. Gebäude und ihr Umfeld beeinflussen Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität ebenso wie den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Peter Wenig und Gianrico Settembrini entwickeln einen Leitfaden, der den Menschen und nachhaltige Lebensräume ins Zentrum stellt. Er zeigt praxisnahe Handlungsfelder und Instrumente auf, die Gesundheit und Lebensqualität fördern und gleichzeitig zu ressourcenschonenden und kosteneffizienten Bauweisen beitragen.
Peter Wenig: Architekt SIA und Baubiologe SIB, Umwelt und Energie Stadt St.Gallen, stadt.sg.ch
Gianrico Settembrini: Leiter der Forschungsgruppe Nachhaltiges Bauen und Erneuern, Hochschule Luzern, hslu.ch/ige
Freitag, 8. Januar 2027, 15.00 Uhr

Die Stadt Lichtensteig zeigt, wie sich historische Bauten mit Mut, neuen Nutzungen und engagierten Akteuren beleben lassen. Aus Leerständen entstanden und entstehen im Städtli Orte für Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gemeinschaft. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung, die 2023 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet wurde, leistete Mathias Müller. Als Pionier in der Stadt-, Gemeinde- und Regionalentwicklung hat er sich weit über die Ostschweiz hinaus einen Namen gemacht.
Mathias Müller: Stadtpräsident Lichtensteig, Pionier in der Stadt-, Gemeinde- und Regionalentwicklung, lichtensteig.ch
Freitag, 8. Januar 2027, 16.15 Uhr

Um den einzigartigen Charakter historischer Bauten zu bewahren, sind spezialisiertes Know-how und gute Zusammenarbeit gefragt. Wie man modernste Technik und Denkmalschutzauflagen vereint, zeigen Urs Itel und Christian Bärlocher eindrücklich. Ihre traditionsreichen Firmen verbinden seit Jahren Steinmetzkunst und historischen Fensterbau.
So realisieren sie originalgetreue Restaurationen, die Energieeffizienz und modernen Wohnkomfort gewährleisten.
Christian Bärlocher: Inhaber und Geschäftsführer Bärlocher Gruppe, baerlocher.swiss
Urs Itel: Dipl. Techniker HF Gestaltung und Design, Geschäftsleiter Vogel Fensterbauer AG, vogel-fensterbauer.ch
Freitag, 8. Januar 2027, 17.30 Uhr

Der Bündner Architekt Gion A. Caminada ist weltweit bekannt für seine minimalistischen Projekte wie die Totenstube neben der Kirche in Vrin. Die Kernidee der Architektur besteht für ihn darin, Orte zu schaffen, die in einem unmittelbaren Bezug zu ihren Bewohner:innen stehen. Er vertritt die Überzeugung, dass der Mensch erst aus dem Überschaubaren heraus fähig und bereit ist, wirksame Motivation zu entwickeln und schlussendlich Verantwortung für den eigenen Ort und für die Umwelt zu übernehmen.
Gion A. Caminada: Architekt und emeritierter Universitätsprofessor, gionacaminada.ch
Samstag, 9. Januar 2027, 10.00 Uhr

Regeln sind reaktiver und dynamischer als Normen – und sie kennen Ausnahmen. Kompetente Handwerker:innen erkennen und nutzen diese Ausnahmen. Darin liegt ein gewisses Risiko, aber auch viel Verbesserungs- und Gestaltungspotenzial. Thomas Klug – unter anderem als technischer Begleiter am Fürstenpalais von Monaco und als Berater am Kölner Dom im Einsatz – teilt Erfahrungen aus dem Malerhandwerk, der Farbindustrie und aus dem Baustellenalltag. Anhand konkreter Beispiele zeigt er auf, wie das Handwerk als Impulsgeber für Innovation und Entwicklung auch heute noch unverzichtbar ist – oder wäre.
Thomas Klug: Senior-Experte und Projektleiter, Keimfarben AG Schweiz, keim.com
Samstag, 9. Januar 2027, 11.15 Uhr

Was macht einen Raum zu einem Ort, an dem Menschen gerne leben und arbeiten? Wie entstehen Räume, die bis ins Detail funktional überzeugen und ästhetisch begeistern? Anhand ausgewählter Wohn- und Geschäftsprojekte gibt Reto Welz einen Einblick in das Schaffen der Welz AG. Er zeigt auf, was es braucht, damit Funktion, Gestaltung und Atmosphäre zu einem stimmigen Ganzen werden – für effizientes Arbeiten und schönes Wohnen.
Reto Welz: BA Innenarchitektur FHNW,
Mitinhaber der Welz AG in 5. Generation, welz.ch
Samstag, 9. Januar 2027, 12.30 Uhr

Nach einem kurzen Einblick in historische Handwerkstechniken erzählt Marius Fontana von seiner Mitarbeit beim Neubau des Los Angeles County Museum of Art von Peter Zumthor. Gemeinsam mit lokalen Ausführenden entwickelte er eine spezielle Lasur für die farbigen Wandoberflächen – die Farbe überdeckt den rohen Beton nicht, sondern scheint aus ihm hervorzutreten. Durch die verwendeten Materialien und Mixturen sowie deren Haptik schaffen die Wände im 2026 eröffneten Kunstmuseum ein einzigartiges Raumerlebnis.
Marius Fontana: Kirchen- und Dekorationsmaler, Mitglied der Geschäftsleitung Fontana & Fontana Werkstätten für Malerei, fontana-fontana.ch
Samstag, 9. Januar 2027, 13.45 Uhr

Die Immobilienbranche steht vor grossen Herausforderungen: Neben knappen Ressourcen und dem Fachkräftemangel ist der Umgang mit Hitze ein dringliches Thema. Mit dem Klimawandel sind neue Ansätze für das Bauen und die Gestaltung von Infrastruktur gefragt. Stephan Sigrist, Gründer und Leiter des Thinktanks W.I.R.E., zeigt auf, dass die Grundlage für Innovation und zukunftsfähige Immobilien nicht primär der technologische Fortschritt ist, sondern zunächst ein Verständnis für die künftigen Anforderungen der Nutzer:innen – und der Gesellschaft als Ganzes.
Stephan Sigrist: Dr. sc. ETH Zürich, Gründer und Leiter des Thinktanks W.I.R.E., thewire.ch
Samstag, 9. Januar 2027, 15.00 Uhr

Ob klassisches Mehrfamilienhaus, kompakte Mikrowohnung mit kleinem Fussabdruck oder Aufstockungen und Sanierungen bestehender Bausubstanz: Holzbau punktet auch im Wohnbau mit enormer Vielseitigkeit. Wie entwickelt sich die Holzbauweise weiter? Welchen Beitrag leistet sie bereits heute zu klimaoptimiertem, ressourcenschonendem und zirkulärem Bauen? Markus Rutz beleuchtet die Vorteile des Werkstoffs Holz – und sein Potenzial für die Zukunft.
Markus Rutz: Geschäftsführer Holz- und
Modulbau Schweiz, Blumer Lehmann, blumer-lehmann.com
Samstag, 9. Januar 2027, 16.15 Uhr

Lokremise Kulturzentrum
Grünbergstrasse 7, 9000 St. Gallen
Das Kulturzentrum Lokremise hat keine eigenen Parkplätze. Sie können jedoch die umliegenden Parkmöglichkeiten nutzen.
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